
Photovoltaikanlagen sind heute ein zentraler Bestandteil moderner Energieversorgung. Die Einspeisung von Strom aus PV-Anlagen in öffentliche oder private Netze bringt jedoch komplexe Anforderungen an die elektrische Schutztechnik mit sich. Schutzrelais übernehmen hierbei eine Schlüsselrolle: Sie erkennen Fehler wie Überströme, Erdschlüsse oder Spannungsabweichungen und lösen gezielt Schutzmaßnahmen aus. Die Auswahl geeigneter Schutzrelais ist entscheidend für Betriebssicherheit, Netzstabilität und Normkonformität.
Im Folgenden werden die wichtigsten technischen Kriterien und normativen Vorgaben für Schutzrelais in PV-Netzen detailliert erläutert.
Die Wahl des richtigen Schutzrelais hängt von mehreren technischen Faktoren ab, die im Vorfeld sorgfältig analysiert werden müssen.
PV-Anlagen liefern im Fehlerfall nur begrenzte Kurzschlussströme, da Wechselrichter die Ausgangsströme aktiv begrenzen. Schutzrelais müssen auch geringe Fehlerströme zuverlässig erfassen. Auf der Seite erhalten Sie wertvolle Hinweise zur Auswahl von Schutzrelais für PV-Netze für eine normgerechte Absicherung.
Kriterien:
Erdschlüsse können nicht nur die Betriebsmittel gefährden, sondern auch Sicherheitsrisiken für Personal darstellen. Schutzrelais müssen diese zuverlässig erkennen.
Kriterien:
Netzspannungen und Frequenzen unterliegen Schwankungen. Schutzrelais müssen innerhalb definierter Grenzwerte reagieren, um Anlagen und Netz zu schützen.
Kriterien:
Digitale Schutzrelais bieten präzise Messungen und flexible Einstellmöglichkeiten. Sie ermöglichen eine feine Abstimmung der Schutzfunktionen an die Netzgegebenheiten und Anlagencharakteristika.
Kriterien:
Moderne PV-Anlagen sind zunehmend digital vernetzt. Schutzrelais sollten standardisierte Kommunikationsschnittstellen unterstützen, um Daten an Leitsysteme oder SCADA-Systeme zu übermitteln.
Kriterien:
Neben technischen Kriterien müssen Schutzrelais auch normative und regulatorische Anforderungen erfüllen. Diese Vorgaben stellen sicher, dass Anlagen sicher betrieben und ordnungsgemäß in das Netz integriert werden.
Netzbetreiber schreiben technische Anschlussregeln für dezentrale Erzeuger vor, die unter anderem Schutzfunktionen, Auslösezeiten und Grenzwerte definieren.
Beispiele:
IEC-Normen regeln Schutzfunktionen, Messmethoden und Prüfanforderungen für Schutzrelais.
Relevante Standards:
Zusätzlich zu den Netzvorschriften müssen Schutzrelais Sicherheitsanforderungen erfüllen, um Personal, Anlagen und Netz zu schützen.
Beispiele:
Bei der Auswahl von Schutzrelais für PV-Netze sollten Betreiber, Planer und Ingenieure folgende Schritte berücksichtigen:
Die Auswahl von Schutzrelais für PV-Netze ist ein entscheidender Faktor für Betriebssicherheit, Netzstabilität und Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen. Technische Kriterien wie Empfindlichkeit bei geringen Kurzschlussströmen, flexible Parametrierung und digitale Kommunikationsfähigkeit müssen sorgfältig bewertet werden. Gleichzeitig ist die Einhaltung normativer Vorgaben, einschließlich technischer Anschlussregeln und internationaler IEC-Standards, unerlässlich.
Nur durch die Kombination technischer Exzellenz und normativer Konformität lassen sich Schutzrelais optimal einsetzen und gewährleisten einen sicheren, effizienten und stabilen Betrieb moderner PV-Netze.